Anwendung und Dosierung von Schüßler-Salzen

Anwendung und Dosierung von Schüßler-Salzen

Potenzen

Üblich sind in der Schüßler-Therapie die Potenzen D3 bis D12, abhängig vom Ausgangsstoff.
Weitere Informationen im Beitrag: Homöopathisches Potenzieren

Auswahl der Salze

Zur Auswahl eines passenden Mittels suchen Sie zunächst in den Anwendungsgebieten nach Ihrer Beschwerde. Es werden Ihnen einige Mittel angezeigt, die sich in der Behandlung dieser Beschwerde bewährt haben. Bereits an diesem Punkt finden Sie die Beschwerden genauer beschrieben und den jeweiligen Schüßler-Salzen zugeordnet. Häufig können Sie anhand dieser Angaben schon eine erste Auswahl treffen.
Lesen Sie sich anschließend zu den jeweiligen Mitteln die entsprechenden Beschreibungen durch und treffen Sie anhand dieser die endgültige Auswahl für ein oder mehrere Mittel.
Sie können mehrere Beschwerden gleichzeitig mit den Schüßler-Salzen behandeln.

Wie viele Salze kann/sollte man kombinieren?

Wenn möglich, sollten nicht mehr als 3 bis 4 Schüßler-Salze gleichzeitig eingenommen werden.

Wenn mehrere Salze passend scheinen, wie kann man das geeignete finden?

Wenn mehrere Schüßler-Salze in der engeren Wahl sind, kann es vorkommen, dass die Entscheidung zwischen den Mitteln schwer fällt. Häufig ähneln sich die Beschreibungen sehr. Hier können die Modalitäten der einzelnen Salze hilfreich sein. Die Modalitäten beschreiben Umstände, die eine Beschwerde verbessern oder verschlechtern. Anhand dieser ist häufig schnell das passende Salz gefunden.
Die Antlitzdiagnostik gibt ebenfalls wertvolle Hinweise zur Auswahl des geeigneten Salzes. Bei der Beschreibung eines Schüßler-Salzes sind immer auch die äußerlich sichtbaren Merkmale des Mineralstoffmangels angegeben. Lesen Sie nach, ob die dort gemachten Angaben auf Sie zutreffen.

Einnahme

Zur inneren Anwendung lässt man die Schüßler-Tabletten im Mund zergehen oder löst sie in Wasser. Äußerlich verwendet man Salben, bereitet aus den Tabletten einen Brei für Hautumschläge oder nutzt die Mineralsalze als Zusätze für Waschungen oder Bäder.
Die Wahl der einzelnen Mittel sollte sich dabei stets an den Hauptsymptomen orientieren.

Tabletten

In der Langzeittherapie werden zwei bis drei Schüßler-Tabletten täglich gereicht. Treten akute Beschwerden auf, können zwei Tabletten im Halbstundenrhythmus genommen werden. Für Kinder unter 12 Jahren wird die Dosis halbiert.
Am unkompliziertesten lässt man die Mineralsalze eine halbe Stunde vor oder nach dem Essen langsam unter der Zunge im Mund zergehen. Wirkungsvoller und schneller ist die Aufnahme der Wirkstoffe, wenn die Tabletten zuvor in warmem oder heißem Wasser gelöst werden. Dabei können die einzelnen Salze auch gemischt werden. Babys und Kleinkindern rührt man die Tabletten unter das Essen, besser aber in die Getränke.

Heiße Sieben

Die "Heiße Sieben" hat sich als Akutmittel besonders bewährt. Dazu werden zehn Tabletten Magnesium phosphoricum (Schüßler Nr. 7) in heißem Wasser aufgelöst und so heiß wie möglich schluckweise getrunken. Das Mittel ist mittlerweile auch als Pulver in vordosierten Sachets u.a. bei den Herstellern DHU und Orthim erhältlich. Weitere Informationen im Beitrag: Heiße 7

Besonderheiten

Insbesondere in der Konstitutionstherapie zeigen die einzelnen Salze die beste Wirkung, wenn sie zu bestimmten Tageszeiten eingenommen werden.
Einige Mineralstoffe wirken langsam und sollten bei chronischen Beschwerden über Monate oder Jahre hinweg genommen werden. Dazu gehören aus der Gruppe der 12 Funktionsmittel Calcium fluoratum und Kalium phosphoricum.
Kalium sulfuricum und Natrium chloratum dürfen nur bei eindeutiger Indikation und nicht langfristig ohne Einnahmepausen verabreicht werden. Kalium sulfuricum sollte niemals als Alleinmittel gereicht werden.

Komplexmittel

Ein breit gefächertes Angebot an Komplexmitteln erleichtert die Kombination der einzelnen Salze. Mineralsalzmischungen zu unterschiedlichen gesundheitlichen Schwerpunkten bieten u.a. die Hersteller JSO, Pflüger und Adler-Pharma an.

Äußere Anwendung

Schüßler-Salben werden zwei- bis dreimal täglich dünn auf die Haut aufgetragen und einmassiert. Im Bedarfsfall kann mehrfach gecremt werden.
Für Hautumschläge oder Wickel werden zehn Tabletten zerkleinert, mit warmem Wasser zu einem Brei verrührt und auf ein Mulltuch aufgetragen, das auf die betreffenden Körperregionen aufgelegt wird.
Für Waschungen und Sitz- bzw. Teilbäder setzt man 25 Tabletten des jeweiligen Salzes dem Wasser zu.

In welchen Fällen sind äußerliche Anwendungen angezeigt?

Besonders in der Behandlung akuter und großflächiger Beschwerden können äußerliche Anwendungen unterstützend wirken.
Die äußerliche Anwendung der Schüßler-Salze als warme Wickel oder Auflagen wirkt durchblutungsfördernd, schmerz- und krampfstillend und fördert so den Heilungsprozess.
In der Behandlung von Säuglingen oder Kleinkindern kann sogar häufig die äußerliche Behandlung mit Schüßler-Salzen die Einnahme von Tabletten ersetzen. Die Anwendung von Salben ist für sehr kleine Kinder wesentlich einfacher von den Eltern durchzuführen, als die innerliche Einnahme.
Es gibt Situationen, in denen die Schüßler-Salze nicht innerlich eingenommen werden können. Dies ist etwa der Fall bei großer Erschöpfung, starker Übelkeit oder andauerndem Erbrechen. Die äußerliche Anwendung stellt dann eine sinnvolle Alternative zur Einnahme von Tabletten dar.

Hand- und Fußbäder

In den Händen und den Füßen ist über die Reflexzonen jeweils der ganze Körper abgebildet. Daher eignen sich Hand- und Fußbäder auch zur Behandlung von Beschwerden, die nicht an den Händen oder Füßen lokalisiert sind. Ein solches Teilbad ist schnell vorbereitet und sollte nicht länger als zehn Minuten dauern.
Hand- und Fußbäder sind daher eine gute Alternative zu dem wesentlich aufwändigeren Vollbad, welches für mindestens 30 Minuten durchgeführt werden sollte.

Umschläge, Kompressen und Wickel

Der Heilungsprozess wird auf der körperlichen Ebene gezielt mit Umschlägen, Kompressen und Wickeln unterstützt. So können Entzündungen und Schmerzen direkt an Ort und Stelle gelindert werden. Sie werden kalt oder warm angewendet, je nach Modalität des entsprechenden Schüßler-Salzes.
In akuten Situationen wird die Auflage der Schüßler-Salze in Form von Umschlägen, Kompressen oder Wickeln der Behandlung mit der entsprechenden Salbe vorgezogen. Die Salben enthalten weniger Wirkstoffe als die Tabletten, welche für die äußerlichen Anwendungen in Wasser aufgelöst werden.

Waschungen

Waschungen werden durchgeführt, wenn es den Betroffenen nicht möglich ist, in die Badewanne zu kommen oder sich für ein Teilbad aufzusetzen.
Man taucht einen Waschlappen in das Wasser mit den aufgelösten Schüßler-Salzen, drückt ihn etwas aus und wischt damit den gesamten Körper zügig ab. Dabei beginnt man zunächst an den Händen und Füßen und arbeitet sich dann über die Arme und die Beine von außen nach innen bis zum Brustbereich vor. Anschließend - ohne Abtrocknen - warm einpacken und für etwa eine halbe Stunde ruhen.

Heilpraktikerin Ulrike Schlüter

Autorin: Ulrike Schlüter - Heilpraktikerin

Während meiner Ausbildung zur Heilpraktikerin lernte ich erstmals die Biochemie nach Dr. Schüßler kennen. Die Salze sind in ihrer Anzahl übersichtlich, sowie leicht verständlich und haben mich von Anfang an mit ihrer Wirkung begeistert. Inzwischen bin ich seit mehreren Jahren als Heilpraktikerin in eigener Praxis tätig und berate zum Thema Selbstbehandlung mit den Schüßler-Salzen. Ich bin Mitglied eines biochemischen Gesundheitsvereins. Dieser widmet sich vor allem der Information über die Schüßler-Salze.

Bitte beachten Sie:

Die hier gefundenen Informationen ersetzen keinen Arztbesuch! Wenden Sie sich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Heilpraktiker, Arzt oder Apotheker!

 

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